Zahnschienen im täglichen Leben

Zahnschienen im Alltag: Essen, Pflege und Reisen

Eine Behandlung mit herausnehmbaren Zahnschienen verändert einige tägliche Gewohnheiten. Mahlzeiten, Getränke und die Reinigung der Zähne müssen mit den vorgesehenen Tragezeiten abgestimmt werden. Auch beim Sprechen kann sich die Schiene anfangs bemerkbar machen. Nach einer Eingewöhnungsphase gehören die notwendigen Handgriffe meist zum gewohnten Tagesablauf. Welche Vorgaben gelten, richtet sich nach dem jeweiligen Befund und dem kieferorthopädischen Behandlungsplan.

Kurzfassung

  • Aligner werden zum Essen herausgenommen und anschließend wieder eingesetzt.
  • Wasser kann üblicherweise mit eingesetzten Schienen getrunken werden, während andere Getränke Verfärbungen oder Ablagerungen begünstigen können.
  • Die tägliche Mundpflege umfasst sowohl die Reinigung der Zähne als auch der herausnehmbaren Schienen.
  • Veränderungen beim Sprechen können unmittelbar nach dem Einsetzen auftreten und nach einer Eingewöhnungszeit nachlassen.
  • Ob Aligner für eine bestimmte Zahn- oder Kieferfehlstellung infrage kommen, muss anhand des zahnmedizinischen Befunds beurteilt werden.

Herausnehmbare Schienen verändern feste Tagesabläufe

Aligner bestehen aus transparentem Kunststoff und liegen eng an den Zahnreihen an. Mehrere nacheinander verwendete Schienen sind so geplant, dass bestimmte Zähne schrittweise bewegt werden. Medizinisch beruht eine solche kieferorthopädische Behandlung auf Kräften, die auf Zähne und das umgebende Gewebe einwirken. Welche Bewegungen vorgesehen werden können, hängt unter anderem von Zahnstellung, Biss und Kieferverhältnissen ab.

Für den Tagesablauf bedeutet die Herausnehmbarkeit, dass Zeiten mit und ohne Schiene voneinander getrennt werden. Die vorgesehene tägliche Tragedauer sollte eingehalten werden, da längere Unterbrechungen den geplanten Behandlungsverlauf verändern können. Konkrete Vorgaben zur Tragezeit und zum Wechsel der Schienen werden für den jeweiligen Behandlungsfall festgelegt.

Bei unsichtbaren Alignern im Alltag geht es daher nicht allein um deren unauffälliges Erscheinungsbild. Essen, Reinigung, Aufbewahrung und das regelmäßige Wiedereinsetzen der Schienen gehören ebenfalls zu den wiederkehrenden Abläufen.

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Mahlzeiten finden ohne eingesetzte Schienen statt

Vor dem Essen werden Aligner in aller Regel herausgenommen, sodass keine Lebensmittelreste zwischen Kunststoff und Zahnoberfläche gelangen können. Zugleich werden die Schienen beim Kauen nicht mechanisch belastet. Eine spezielle Ernährung ergibt sich allein aus dem Tragen herausnehmbarer Aligner daher nicht.

Unterwegs schützt eine feste Aufbewahrungsbox die herausgenommenen Schienen. Bei einer losen Ablage auf dem Tisch oder beim Einwickeln in eine Serviette besteht dagegen die Gefahr, dass ein Aligner beschädigt, verunreinigt oder versehentlich entsorgt wird. Nach der Mahlzeit sollten grobe Speisereste entfernt werden, bevor die Schiene erneut eingesetzt wird.

Bei Getränken bestehen Unterschiede. Wasser kann in der Regel mit eingesetzten Schienen getrunken werden. Kaffee und Tee können den Kunststoff verfärben. Zucker- oder säurehaltige Flüssigkeiten können zwischen Zahnoberfläche und Aligner gelangen. Solche Getränke müssen deshalb ohne eingesetzte Schienen konsumiert werden.

Mundpflege umfasst Zähne und Schienen

Herausnehmbare Aligner erlauben die Reinigung der Zähne ohne festgeklebte Brackets und Drähte. Zahnbürste und Hilfsmittel für die Zahnzwischenräume können nach dem Herausnehmen der Schienen verwendet werden. Zur gründlichen Mundhygiene gehören Maßnahmen zur Entfernung von Belägen und zur Pflege von Zähnen und Mundhöhle.

Auch die Kunststoffschienen benötigen eine regelmäßige Reinigung. Ablagerungen können sich sonst an den Innenflächen festsetzen. Heißes Wasser sollte vermieden werden, da sich Kunststoff unter Wärmeeinwirkung verformen kann. Welche Reinigungsmittel für ein bestimmtes Alignersystem verwendet werden können, richtet sich nach den jeweiligen Anwendungshinweisen.

Unterwegs steht nach einer Mahlzeit nicht immer unmittelbar eine Zahnbürste zur Verfügung. Das Ausspülen des Mundes mit Wasser kann zunächst lose Speisereste entfernen. Die übliche gründliche Reinigung der Zähne wird dadurch jedoch nicht ersetzt.

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Die Aussprache kann sich anfangs verändern

Eine dünne Kunststoffschicht über den Zähnen verändert den Raum, den die Zunge beim Sprechen gewohnt ist. Einzelne Laute können deshalb kurz nach dem ersten Einsetzen anders klingen. Das betrifft insbesondere Laute, bei denen Zunge und Frontzähne eng zusammenarbeiten. Nach einer gewissen Gewöhnungszeit passt sich die Zungenbewegung an die veränderten Platzverhältnisse an. Wie lange diese Anpassung dauert, unterscheidet sich von Person zu Person. Bleiben deutliche Schwierigkeiten beim Sprechen bestehen, können sie bei einer Kontrolluntersuchung abgeklärt werden.

Sport und Reisen erfordern zusätzliche Planung

Bei zahlreichen sportlichen Aktivitäten können Aligner im Mund bleiben. Eine kieferorthopädische Schiene darf allerdings nicht mit einem für Kontaktsport vorgesehenen Mundschutz gleichgesetzt werden. Bei Sportarten mit erhöhtem Risiko für Schläge gegen Zähne oder Kiefer muss geprüft werden, welcher Schutz während der Behandlung erforderlich ist.

Auf Reisen gehören neben der aktuell getragenen Schiene die Aufbewahrungsbox und benötigte Reinigungsutensilien ins Gepäck. Bei längerer Abwesenheit können weitere Alignersätze benötigt werden. Geht eine Schiene verloren oder wird sie beschädigt, sollte der vorgesehene Wechselzeitpunkt nicht eigenständig verändert werden. Das weitere Vorgehen muss dann mit der behandelnden Praxis abgestimmt werden.

Zahn- und Kieferfehlstellungen unterscheiden sich

Aligner bewegen Zähne, doch Zahnfehlstellungen und Veränderungen der Kieferstellung sind medizinisch voneinander zu unterscheiden. Eine dentale Fehlstellung betrifft die Position einzelner oder mehrerer Zähne. Bei einer skelettalen Fehlstellung stehen dagegen die knöchernen Verhältnisse von Ober- und Unterkiefer im Vordergrund.

Vor einer Behandlung wird daher untersucht, wo die Ursache der Abweichung liegt. Neben der Zahnstellung können die Lage der Kiefer, vorhandene Platzverhältnisse, der Biss, die Zungenfunktion und weitere funktionelle Faktoren in die Beurteilung einbezogen werden. Ob sich eine Fehlstellung mit Alignern behandeln lässt, kann erst anhand des konkreten zahnmedizinischen beziehungsweise kieferorthopädischen Befunds beurteilt werden.

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Fazit

Der Alltag mit Alignern umfasst einige wiederkehrende Handgriffe. Vor Mahlzeiten werden die Schienen herausgenommen und anschließend wieder eingesetzt. Reinigung und sichere Aufbewahrung gehören ebenfalls zum täglichen Umgang. Bei Reisen oder bestimmten Sportarten kommen weitere praktische Punkte hinzu.

Die Handhabung allein sagt jedoch nichts darüber aus, ob Zahnschienen für eine bestimmte Fehlstellung geeignet sind. Dafür müssen Zahnstellung, Biss, Kieferverhältnisse und gegebenenfalls funktionelle Auffälligkeiten untersucht werden. Die konkreten Vorgaben für Tragedauer, Schienenwechsel und Kontrollen ergeben sich anschließend aus der jeweiligen Behandlungsplanung.

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